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aus unserer Geschichte
| Ein kleiner Blick in die Geschichte |
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Wer in Brig das Gebäude der reformierten Kirche sucht, wird Mühe haben, es zu finden. Von aussen gesehen gleicht es viel eher einem gemütlichen Wohnhaus. Allein der Dachreiter mit seiner kleinen Glocke verrät den gottesdienstlichen Zweck und lässt die Kirche erahnen. Diese Unscheinbarkeit hängt eng mit der Geschichte des Gebäudes zusammen. Ursprünglich diente es als Spital für die kranken und verletzten Bauarbeiter des Simplontunnels. Als dieses Bauwerk beendet war, erwarb die reformierte Kirchgemeinde das Gebäude an der Tunnelstrasse im Jahr 1918 und baute es für ihre Zwecke aus. Die Kirche und das Kirchgemeidehaus bieten so Platz für die Wohnung der Pfarrfamilie, für die Versammlungen zu den Gotesdiensten sowie zu weiteren Aktivitäten der Kirchgemeinde.
Am Ende des 18. Jahrhunderts gelangten Reformierte aus dem Welschland und dem Bernbiet ins Wallis. 1894 gründeten sie eine erste Gemeinde, die ihren Sitz in Sitten hatte und die Protestanten von Brig, Siders, Sitten, Saxon und Martinach umfasste. Mit dem Einzug der Eisenbahn ins Wallis, mit dem Bau des Simplon- und Lötschbergtunnels und mit der Ansiedlung der chemischen Industrie in Visp gelangten viele Protestanten ins Wallis. Es waren vor allem Angestellte der SBB und der Lonza, die mit ihren Familien in diesen Kanton kamen. Auch Grenzwächter, Angestellte der Post und der Armee waren unter den Zuzügern zu finden.
Im Jahr 1906 wurde die Konstitution einer selbständigen reformierten Kirchgemeinde Brig mit eigenen Statuten notwendig. Das Gemeindegebiet umfasste das Tal des Rotten von Susten bis Gletsch, die Vispertäler und das Lötschental.
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Die Situation für die Reformierten im Wallis war damals nicht gerade einfach. Als Minderheit in mehrheitlich katholischem Gebiet mussten sie sich behaupten, wenn sie ihren Glauben leben wollten. Deshalb waren sie froh um Unterstützung von aussen. Die protestantisch-kirchlichen Hilfsvereine der Kantone Bern und Genf spielten dabei eine wichtige Rolle.
Im Jahr 1930 drängte sich eine Aufteilung des riesigen Gemeindegebietes auf. Die reformierte Bevölkerung in Visp hatte durch die Eröffnung der Lonza stark zugenommen und dies machte die Schaffung einer weiteren Pfarrstelle nötig. Seither ist der Briger Pfarrer für die Reformierten von Eyholz bis Gletsch, von Brig bis Gondo sowie des Lötschentales zuständig.
Da die öffentlichen Schulen nicht konfessionsfrei geführt wurden und das Schulsystem anders als in anderen Kantonen konzipiert war, drängte sich die Gründung von evangelisch reformierten Schulen im Wallis auf. In Brig war es der 1930 gegründete Evangelisch-reformierte Frauenverein, der ab 1931 den Kindergarten finanziell trug.
Sechzehn Jahre später konnte die Kirchgemeinde auch einen Lehrer anstellen, der den Primarschülern Unterricht erteilte: Die evangelisch-reformierte Schule Brig war ins Leben gerufen. – Seit dem Jahr 1962 ist die Schule staatlich anerkannt und die Lehrer beziehen ihren Lohn vom Kanton. Im Laufe der Zeit nahm die Schülerzahl stetig zu. 1952 entstand daher an der Tunnelstrasse das kleine blaue Schulhaus und seit 1992 kann die Schule auch den rot weisen Pavillon benützen. Im Jahre 2004 wurde das Schulhaus erweitert und renoviert. Beide Gebäude konnten nur dank der kräftigen Unterstützung durch protestantisch-kirchliche Hilfsvereine verwirklicht werden. Im Jahre 2005 wurde die evangelisch-reformierte Schule als 12. Schulkreis in die öffentlichen Schulen der Stadtgemeinde Brig-Glis integriert.
Die Volkszählung von 1993 hat für die reformierte Bevölkerung neue Zahlen ergeben. Auf dem Gebiet der Kirchgemeinde Brig-Glis und Umgebung leben ca. 1400 Protestanten. Davon haben 1200 ihren Wohnsitz in der Agglomeration Brig-Glis und Naters. Das Gebiet der Kirchgemeinde umfasst jedoch rund 40 politische Gemeinden.
Die Gottesdienste finden im Zentrum, in der reformierten Kirche in Brig statt: jeden Sonntag um 10.00 Uhr, ausser am 2. Sonntag im Monat (19.00 Uhr). Die Arbeit im Goms bildet einen weiteren Schwerpunkt im Gemeindeaufbau. Jeden Monat trifft man sich zu abendlichen Familien-Gottesdiensten (abwechselnd in Fiesch und in Reckingen) sowie zum Hauskreis. Für Feriengäste und Einheimische werden in der Saison auch Gottesdienste in Fiesch sowie auf der Riederalp und Bettmeralp angeboten.
Wie alle reformierten Kirchgemeinden der Schweiz weist auch die Kirchgemeinde Brig eine demokratische Struktur auf. Die Kirchgemeindeversammlung, die sich aus den Mitgliedern der Kirchgemeinde zusammensetzt, wählt den Kirchgemeinderat und den Pfarrer. Damit ist die Trennung von Legislative und Exekutive gewährleistet.
Auf kantonaler Ebene sind die Kirchgemeinden des Wallis zur Evangelisch-reformierten Kirche des Wallis (ERKW) zusammengeschlossen. Auch hier gibt es ein Parlament, die Synode. Der Synodalrat ist als Exekutive für die Ausführung der beschlossenen Geschäfte verantwortlich.
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